Weinreise des VSOV ins Prosecco-Gebiet

06. bis 09.Oktober 2019

 

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In aller Kürze

 

Prosecco ist eine beeindruckende und anhaltende Erfolgsgeschichte des italienischen Weinbaus. Die aus der Rebsorte Glera im Charmat-Verfahren erzeugten Schaumweine stehen weltweit für italienische Lebensart. Von fast 500 Mio erzeugten Flaschen wurden in 2018 mehr als 300 Mio exportiert.

 

Die DOC Prosecco mit hauptsächlich Schaum-, aber auch etwas Perl- und Stillwein erstreckt sich über die Regionen Venetien und Friaul. Das qualitative Kerngebiet Conegliano Valdobbiadene ist als DOCG ausgewiesen und seit diesem Jahr in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

 

Verständlich daher das hohe Interesse schon bei unserer Jahreshauptversammlung 2018 in Alberschwende für eine Weinreise in die Prosecco-Region, organisiert und durchgeführt von Peter Stöger als profundem Kenner des Gebietes und seiner Weine.

 

In vier sehr gelungenen, gemeinsamen Tagen werden zahlreiche beeindruckende Weingüter und vorzügliche Restaurants besucht, werden unzählige Schaumweine verkostet und ein ganzer Strauss von Traumblicken auf diese zauberhafte Hügellandschaft in der Provinz Treviso genossen.

 

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Sonntag, 06. Oktober

 

Die viertägige Busreise mit insgesamt 23 Teilnehmern startet am Sonntagmorgen bei regnerischem Wetter in Feldkirch, über Arlberg und Brenner führt die Route ins bereits sonnigere Südtirol, vorbei an den Rebhängen von Eisack- bzw. Etschtal und durch die Salurner Klause nach Trient, der lebhaften und hübschen Hauptstadt des Trentino, als erstem Zwischenziel.

 

Der architektonische Reiz der „Piazza del Duomo“ in Trient ist allerdings nur zu erahnen, da er als Zielgelände des gerade stattfindenden Trento-Halbmarathons herhalten muss. Dafür haben wir den Aussenbereich des „Scrigno del Duomo“ als vorzüglichem Restaurant praktisch für uns.

 

Der Apéro mit einem Trento DOC Riserva Millesimato (2010) ist eine perfekte Einstimmung in die Weinreise, das folgende Mittagessen u.a. mit einem „Orzo Risottato“, Gerste auf Risotto-Art, ausgezeichnet. Mit einem trockenen Nosiola Trentino DOC 2017 und einem Teroldego Rotaliano Superiore Riserva Trentino DOC 2016 werden passende Weine aus autochthonen Rebsorten zum Essen serviert, mit einem Vino Santo Trentino DOC 2001, ebenfalls aus der Nosiola, als süssem Abschluss.

 

Auf der Weiterreise durch das Val Sugana ins Veneto fährt man auch an der mächtigen, bedrückenden Gedenkstätte für im ersten Weltkrieg gefallene Soldaten in Pederobba vorbei, die daran erinnert, wie sich aus einem von Leiden und Zerstörung geprägten Landstrich eine Gegend des Friedens und letztendlich auch des Genusses entwickelt hat.

 

Der erste Zwischenstopp im Prosecco-Gebiet ist die „Villa Maser“, nach der Gründerfamilie auch Villa Barbaro genannt. Im 16 Jahrhundert gebaut, gilt sie als Musterbeispiel eines „palladianischen“ Landhauses und ist Teil des UNESCO-Welterbes der Villen Palladio’s, des bedeutenden oberitalienischen Architekten der Renaissance.

 

Wein hat in der Villa Maser von Anfang an eine wichtige Rolle gespielt, heute zählt das Weingut zur Denomination Asolo Prosecco DOCG respektive Colli Asolani Prosecco DOCG, dem kleinen und weniger bekannten Nachbargebiet von Conegliano Valdobbiadene Prosecco DOCG. Das Sortiment des Weingutes ist breit angelegt, die beiden verkosteten Prosecchi waren ein „Brut“ (bis 12 g Restzucker pro l) und ein „Extra Dry“ (eigentlich der klassische Prosecco mit einem Restzuckergehalt von 12 bis 17 g/l).

 

Die weiteren Zuckergradationen des Prosecco wie „Dry“, mit einem Zuckeranteil von 17 bis 32 g/l, und „Demi-sec“ mit 32 bis 50 g/l spielen im gesamten DOCG-Gebiet übrigens generell nur eine untergeordnete Rolle.

 

Von der Villa Maser ist es nur eine kurze Fahrt über die Piave-Brücke nach Valdobbiadene, wo Peter im Stadthotel Diana eine passende Unterkunft für die drei Übernachtungen reserviert hat.

 

Der gelungene Ausklang dieses ersten Tages ist schliesslich ein ausgezeichnetes Abendessen in der „Trattoria alla Cima“, wunderschön auf einem Hügel der kleinen Ortschaft San Pietro di Barbozza oberhalb des Piave-Tals bei Valdobbiadene gelegen. Die Trattoria hat ihre eigenen Weingärten und serviert die Glera auch als trockenen „Vino Tranquillo“ oder „Vino Fermo“, also als leichten Stillwein, dessen bescheidene Produktion üblicherweise die Exportmärkte nicht erreicht, sondern nur regional getrunken wird.

 

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Montag, 07. Oktober

 

Einige „Mattinieri“ oder Frühaufsteher in unserer Gruppe starten den Tag mit einer kurzen, von Peter angebotenen Wanderung vom Hotel hinauf zur „Chiesa di San Floriano“, offensichtlich belohnt von einem wunderschönen Blick auf die darunterliegenden Weingärten und Valdobbiadene.

 

Das erste Weingut des Tages ist dann gleich die spektakuläre „Villa Sandi“ der Familie Moretti Polegato in Crocetta del Montello, südlich des Piave. Gegründet Anfang des 17. Jahrhunderts, zählt die Villa ebenfalls zu den „palladianischen“ Bauten.

 

Das Weingut ist einer der führenden Prosecco-Produzenten und gilt als wichtigster Exporteur der Marke, mit mehreren Weingärten und einer Gesamtrebfläche von über 300 Hektar, darunter die 2 Hektar kleine „Vigna La Rivetta“ im Herzen der lediglich ca. 100 Hektar grossen, regionalen Spitzenlage Cartizze. Neben Prosecco wird übrigens auch ein nach traditioneller Flaschengärung erzeugter Schaumwein, die „Riserva Amalia Moretti Spumante Metodo Classico“ aus Pinot Noir und Chardonnay angeboten.

 

Neben dem Tagesgeschäft ist Villa Sandi übrigens mit anderen italienischen Weinunternehmen auch engagiert im „Wine Research Team“, das - koordiniert vom legendären Önologen Riccardo Cotarella - an innovativen Themen im Weinbau arbeitet.

 

Die Führung durch Geschichte und Gegenwart von Villa Sandi ist wie erwartet sehr professionell. Video-Vortrag, Besuch des historischen Kellers und ein kurzer Rundgang durch die prächtige Villa ergänzen die Verkostung der Schaumweine. Für manche von uns ist die kleine Ausstellung historischer italienischer Motorräder, u.a. der Kultmarke Moto Guzzi, ein zusätzlicher Höhepunkt.

 

Die anschliessende kurze Fahrt zurück über den Fluss Piave nach Susegana eröffnet ein weiteres, ausgesprochenes „Highlight“ der Weinreise: die „Cantina Borgoluce“, der „Ort des Lichts“, als Teil eines wunderschönen, beeindruckenden und 1.200 Hektar grossen Agrarbetriebes mit einer über 1000-jährigen Geschichte, im Besitz der Adelsfamilie Collalto.

 

Neben dem Weinanbau werden u.a. Duroc-Schweine für die Fleisch- und Wursterzeugung und (etwa 400) Wasserbüffel für die Herstellung von Mozzarella gehalten. Limousin- und Charolais-Rinder geben neben ihrem Fleisch zudem Milch für Käse und Joghurt. Auch Honig und Olivenöl werden produziert.

 

Zum weiteren Selbstverständnis dieses Vorzeigebetriebes zählt u.a. die Energiegewinnung aus erneuerbaren Rohstoffen wie Holz aus den eigenen Wäldern, Photovoltaik-Anlagen oder aus dem Dung der zahlreichen Tiere gewonnenes Biogas. Damit verwundert es nicht, dass auch die Rebgärten ohne Pestizide, Mineraldünger etc. bewirtschaftet werden.

 

Die 2017 in Betrieb genommene neue Kellerei des Gutes ist architektonisch hochmodern, wurde unter Bodenniveau angelegt und bietet bewusst trotzdem Tageslicht für ihre Mitarbeiter. Daran angebaut sind sehr zweckmässig gestaltete Räume für Verkostungen und Schulungen. Der Blick auf das familieneigene Castello di San Salvatore, schwer zerstört im ersten Weltkrieg und - grossteils - wiederaufgebaut ist spektakulär. Auch der Mittagsimbiss mit gutseigenen Produkten ist vorzüglich.

 

Lodovico Giustiniani, selbst aus einer Adelsfamilie stammend, kam nach seiner Heirat mit Caterina Collalto zu Borgoluce und ist heute Motor und Ideengeber des Unternehmens. Sein sehr lehrreicher, freier Vortrag zur Prosecco-Thematik im allgemeinen und Borgoluce im speziellen sowie die Führung durch „seine“ Kellerei ist geprägt von höchster Kompetenz und Empathie.

 

Die Weine aus den ca. 100 Hektar umfassenden Rebflächen sind reinsortig aus Glera gekeltert, obwohl die Prosecco-Denomination ja einen Zusatz von bis zu 15% anderer Sorten wie die lokalen Bianchetta Trevigiana oder Verdiso zulassen würde.

 

Die ausgezeichnete Prosecco DOCG-Schaumweinpalette des Weingutes beinhaltet:

 

Den „Rive di Collalto“ aus der Einzellage Castagnè als Extra Dry und Extra Brut (mit lediglich 3 g Restzucker pro l), wobei „Rive“ stellvertretend für „Hang“ steht und in der regionalen Qualitätspyramide zwischen Superiore DOCG und Superiore di Cartizze DOCG angesiedelt ist. Insgesamt 43 Lagen sind übrigens zwischen Valdobbiadene und Conegliano als Rive klassifiziert.

Den „normalen“ Superiore als Extra Dry und Brut.

Den „Gaiante Col Fondo“ mit abschliessender Flaschengärung, auch als Metodo Ancestrale bekannt. Dieser historische, relativ alkoholarme Wein mit Sediment und Trübung, deutlichen Hefe-Aromen und einem geringen Kohlensäure-Gehalt von unter 2,5 Bar ist allerdings nicht unbedingt „jedermann’s und jedefrau’s“ Geschmack.

 

Lodovico macht auch nochmals die Positionierung des Prosecco im Wettbewerb zu den Schaumweinen mit Flaschengärung deutlich, nämlich als sehr frischer, von meist Apfel-, zarten Birnen- und Citrus-Aromen geprägter und sehr trinkfreudiger Wein. Am klarsten wird das nach seiner Ansicht bei den Brut-Versionen.

 

Von Borgoluce geht es zurück in das DOC-Gebiet Montello - Colli Asolani zu einem Klassiker dieser Region, dem Weingut „Conte Loredan Gasparini“.

 

Gegründet in den 50-er-Jahren durch Conte Piero Loredan, einem Nachfahren des venezianischen Dogen Leonardo Loredan, wurde das Gut 1973 von der Familie Palla übernommen.

 

Das umfangreiche Weinbergportfolio, angebaut auf der Tenuta di Venegazzù und der Tenuta di Giavera am Hügel Montello, ist insbesondere durch Bordeaux-Verschnitte bekannt. Der „Capo di Stato“, das „Staatsoberhaupt“, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Malbec, ist längst eine Legende des italienischen Weinmarkts. Zusätzlich im Sortiment finden sich selbstverständlich auch Schaumweine wie ein Asolo Prosecco Superiore DOCG und entsprechende Grappa-Destillate.

 

Als gelungenen Abschluss dieses fantastischen Tages hat Peter die „Locanda Sandi“ reserviert, das Restaurant der Tenuta Villa Sandi, wo in einem regionstypischen Ambiente ein ebensolches Menü mit lokalen Weinen serviert wird.

 

Ein netter und fröhlicher „Absacker“ ist dann kurz vor dem Hotel noch die Weinstube „Seccoo“, wo u.a. auch ein Trento DOC von Ferrari, Weingut des Jahres im Gambero Rosso 2019, verkostet wird.

 

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Dienstag, 08. Oktober

 

Das Tagesprogramm ist ambitiös und so ist es auch die morgendliche Abfahrtszeit nach einem durchaus anstrengenden Vortag.

 

Erster Halt auf der „Strada del Prosecco“ oberhalb von Valdobbiadene: das Weingut „Ca’ Salina“, welches neben einem guten Prosecco-„Frühstück“ auch einen sehr sympathischen und - selbst in deutscher Sprache - eloquenten Gregorio Bortolin als Besitzer der Cantina bietet. Als Zugabe dann noch ein traumhafter Blick auf die Weingärten mit der Spitzenlage Cartizze.

 

Auf der Weinstrasse des Prosecco, der ersten önologischen Route Italiens aus dem Jahr 1966, geht’s durch reizvolle Hügellandschaft mit Rebbergen und abgelegenen Landhäusern nach Carpesica di Vittorio Veneto, in der Nähe von Conegliano, zu „Vini Tonon“.

 

Das vor ca. 80 Jahren von Pietro Tonon gegründete und heute in dritter Generation von Loris Tonon geführte Weingut präsentiert ein breites Portfolio. Neben den Prosecchi der Conegliano Valdobbiadene DOCG als Spumante und Frizzante werden zusätzliche Produktlinien wie die Schaumweine von „Villa Teresa“ aus biologischem Anbau oder Stillweine von „Camùl“ mit Ausbau in kleinen Eichenfässern angeboten.

 

Valentina, die Export Managerin des Hauses führt uns mit ihren Produktionskollegen trotz eines stattfindenden Umbaus gekonnt und erfahren durch die Kellerei. In der besichtigten Flaschenlinie wird gerade der „Rosé Frizzante Metico“, ein Verschnitt aus dem gebietstypischen Raboso und Merlot, mit einem produktspezifischen und - mit grossem Geschick - manuell an der Flasche angebrachten Bügelverschluss für den Export abgefüllt.

 

Zur Degustation der Weine wird eine italienische „Brettljause“ offeriert. Diese „Vorspeise“ geht dann nach der anschliessenden, gut halbstündigen Busfahrt fast nahtlos in ein weiteres „Antipasto“ und „Piatto Principale“ im Ristorante „Da Ugo“ in Valdobbiadene über, einem für Fischspezialitäten bekannten Lokal.

 

Als nächstes Weingut des Tages empfängt uns schliesslich die „Azienda Agricola La Tordera“ der Familie Vettoretti. Die Azienda feierte letztes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und ist zurecht stolz auf ihre schöne, neue Kellerei mit dem ansprechenden Anbau von Verkaufs-, Schulungs- und Degustationsräumen.

 

Die Marke des Weinguts leitet sich übrigens von

einem Felsen im Gebiet von Cartizze ab, der gemeinhin „Tordera“ genannt wurde.

 

Das Sortiment von La Tordera ist sehr bewusst einer reinen Schaumwein-Strategie verpflichtet, frühere „Ausflüge“ in den Stillwein-Sektor sind der Fokussierung des Portfolios gewichen.

 

An der Spitze der Qualitätspyramide steht ein Superiore di Cartizze, gewonnen aus einem Hektar Rebfläche und als Dry mit damit einem erstaunlich hohen Restzucker von 19 g/l ausgestattet.

 

Zur Degustation erhalten wir allerdings zwei ausgesuchte Rive-Qualitäten. Zum einen den „Tittoni Rive di Vidor“ aus den Hügeln von Vidor, einer der 15 Gemeinden der DOCG-Regelung, als Dry-Version, zum andern den „Otreval Rive de Guia“ als Brut-Variante ohne (sic) Restzucker

Mit „Alné“ wird auch ein Prosecco der DOC Treviso verkostet.

 

Und schliesslich kommt als Beispiel für den weltweiten Trend zu Rosé-Schaumweinen der „Gabry“ ins Glas, ein Verschnitt von Merlot und der Incrocio Manzoni. Letztere stellt eine von Professor Manzoni in den 30-er-Jahren am Weinbauinstitut von Conegliano erfundene Kreuzung zwischen den roten Rebsorten Raboso und Muscat de Hambourg dar, wobei diese Muscat-Sorte ebenfalls eine Kreuzung, aus Muscat d’Alexandrie und Vernatsch, ist.

 

Als nächste Kellerei steht mit „Ruggeri“ in Valdobbiadene ein weiteres Schwergewicht der Prosecco-Industrie auf dem Programm.

 

Gegründet 1950 durch Giustino Bisol, wurde das Unternehmen 2017 vom traditionellen und marktführenden deutschen Sekthersteller Rotkäppchen-Mumm im Rahmen von dessen Internationalisierungsstrategie erworben. Trotz der Übernahme wird Ruggeri aber weiterhin von der Gründerfamilie Bisol, aktuell Paolo mit seiner Tochter Isabella, geführt.

 

Als Hersteller von immerhin einer Mio Flaschen jährlich, verfügt das Weingut über etwa 20 Hektar am Montello-Hügel auf der Südseite des Piave und einen fast schon historischen Weingarten der Familie in der Cartizze-Lage. Den Grossteil des benötigten Traubenguts bezieht Ruggeri von etwa hundert Winzern, davon fast ein Viertel mit Trauben aus der Premium-Lage Cartizze.

 

Das Sortiment ist klar fokussiert auf den Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG in den verschiedenen Gradationen von Brut bis Dry, auch ein Cartizze darf natürlich nicht fehlen. Schaumweine von Ruggeri wurden von Gambero Rosso gleich mehrfach mit „Tre Bicchieri“ ausgezeichnet.

 

Die an eine kurze Kellerei-Besichtigung folgende Degustation kann diese Beurteilung nur unterstreichen.

 

Im Restaurant des „Agriturismo Riva de Milan“, wunderschön inmitten seiner Rebberge auf einem Hügel gelegen, findet der Tag einen würdigen Abschluss.

 

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Mittwoch, 09. Oktober

 

Der letzte Reisetag ist nicht dem Prosecco, sondern dem Grappa gewidmet. Auf der Heimfahrt besuchen wir die berühmte „Distilleria Nardini“.

 

Mit seiner Gründung durch Bortolo Nardini im Jahre 1779 an der Ponte Vecchio, der alten Holzbrücke über die Brenta in Bassano del Grappa, gilt Nardini als älteste Destillerie Italiens.

 

Anlässlich der 225-Jahrfeier in 2004 wurden am heutigen Hauptstandort vor Bassano die „Bolle“, die futuristischen „Blasen“ der Öffentlichkeit präsentiert. Diese hypermoderne Konstruktion des Architekten Fuksas, mitten in einem in den 80-er-Jahren entworfenen Park, steht sinnbildlich für die Destillation von Grappa. Firmenintern wird sie vielseitig verwendet, als Forschungslabor ebenso wie als attraktiver Ort für Veranstaltungen und Führungen.

 

Die italienische Hingabe und das vielbeschworene Talent zum perfekt gestalteten Detail ist auch in der Einrichtung der „Bolle“ unübersehbar.

 

Nach einem Unternehmensvideo im integrierten Kino ist eine ausführliche Grappa-Degustation an der Bar angesagt.

 

Den Aperitif nehmen wir schliesslich in der historischen „Grapperia Nardini“ an der Ponte Vecchio respektive Ponte degli Alpini. Das ausgezeichnete Mittagessen

 in der „Osteria Terraglio“ im Zentrum von Bassano del Grappa ist ein letztes kulinarisches Ausrufezeichen dieser Weinreise vor der Heimfahrt.

 

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Und dann wären da noch ...

 

... ein paar kurze und zusätzliche Anmerkungen zum Prosecco:

 

Das Gebiet: zwischen Valdobbiadene und Conegliano, ca. 50 km nördlich von Venedig, ähnelt einem riesigen, natürlichen Amphitheater. Die Lage zwischen Meer und den nach Norden hin schützenden Voralpen sorgt für mildes Klima mit konstanter Belüftung. Die meist in Ost-West-Richtung verlaufenden Hügel bieten den Reben vielfach ideale Südlagen.

 

Der Boden: ist: ist teilweise vulkanischen Ursprungs, teilweise durch Schwemmland- und Moränenböden charakterisiert

Die Traube: Glera reift spät, sodass sie bei der Ernte noch ausreichend Säure als wichtige Voraussetzung für hochwertigen Schaumwein mitbringt.

 

Die Kosten und Preise: Prosecco wird im Tank vergoren. Das macht Kosten und Preis für die Konsumenten erschwinglich, was sicher einer der Erfolgsfaktoren des Prosecco ist. Gleichzeitig ist die aktuelle Preiserwartung der Kundschaft eine erhebliche und noch ungelöste strategische Herausforderung für Top-Produzenten.

 

Die Méthode Charmat: heisst „italianisiert“ Metodo Martinotti, nach dem ehemaligen Direktor des damaligen „Istituto Sperimentale per l’Enologia di Asti“.

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Ein herzliches Dankeschön geht...

 

... an Peter für die professionelle Vorbereitung und die unaufgeregte Geduld, wenn wir wieder mal etwas gemütlicher getaktet waren.

 

... an Thomas von Happy Holidays Busreisen für die sichere Hin- und Rückfahrt sowie seine zwar sparsamen, aber gekonnten Durchsagen.

 

... an die gesamte Reisegruppe für die sehr freundschaftliche Atmosphäre und die ansteckende Fröhlichkeit.

 

Lothar

 

 

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